Denkanstöße zur Entwicklung und Digitalisierung des eigenen Unternehmens #134

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Denkanstöße zur Entwicklung und Digitalisierung des eigenen Unternehmens #134

Denkanstöße zur Entwicklung und Digitalisierung des eigenen Unternehmens #134
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Kaum ein Tag vergeht, wo in einem Unternehmen nicht irgendwelche Probleme behoben und unter Zeitdruck Entscheidungen getroffen werden müssen. Und häufig ist es dann so, dass Entscheidungen oder Probleme auf Basis vorangegangener Erfahrungen getroffen bzw. gelöst werden. Alternative Herangehensweisen oder Lösungen stehen meist nicht zur Diskussion. Der Blick über den Tellerrand hinaus, der ggfs. wesentlich effizienter und manchmal vielleicht auch kosteneffizienter ist, bleibt in meist aus.

Der Blick über den Tellerrand hinaus und die damit verbundene Beschaffung neuer Perspektiven, Ideen und Informationen kommt in vielen Unternehmen zu kurz. Insbesondere dann, wenn der Fokus nicht auf dem Thema Digitalisierung oder digitales Business liegt. “Business as usual” ist häufig das Motto und die Motivation das eigene Unternehmen zu führen.

Diese Art der Unternehmensführung und -weiterentwicklung führt dazu, dass der berühmte Tunnelblick sich festigt und man erst die Blick „verlässt, wenn es unruhiger ums Unternemen wird. dann ist es häufig schon zu spät.

Eine Perspektive, die bei vielen Inhabern und Geschäftsführern von klein- und mittelständigen Unternehmen vorhanden ist. Der Blick über den Tellerrand hinaus, den Mut auch mal neue Wege zu gehen und alte Fahrwasser zu verlassen, ist häufig nicht vorhanden. Dabei erfordert die Digitalisierung mit all seinen Facetten ein Umdenken, ein breiteres Wissen im Umgang mit neuen Möglichkeiten und Technologien. Die Arbeits- und Lebenswelt verändert sich zunehmend und so ist es nahezu überlebenswichtig, sich mit neuen Perspektiven, neuen Märken und Möglichkeiten zu befassen. Auch Entwicklungen jenseits der eigenen Branche können inspirierend sein und lassen sich in veränderter Form vielleicht auf das eigene Business projizieren.

Damit das besser gelingen kann, möchte ich ein paar Denkanstöße in diesem Podcast geben, wie Veränderung stattfinden und wie man im Zeitalter der Digitalisierung am Puls der Zeit bleiben kann.

Perspektive erweitern

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist der Blick über den Tellerrand hinaus. Denn nur wer die eigene Perspektive erweitert, kann sich Inspiration und den nötigen Weitblick verschaffen, um neue Geschäftsmodelle zu etablieren und auszutesten. Und gerade im Online-Business kann es sein, dass von heute auf morgen innovative Unternehmen mein Geschäftsmodell angreifen und in der Existenz bedrohen – wenn nicht kurzfristig, dann aber vielleicht mittel- oder langfristig.

Ein Deichmann, Görtz oder andere Schuhhändler konnten sich vor Jahren auch nicht vorstellen, das ein Robert Gentz und David Schneider im Jahr 2008 mit ihrer Idee, Schuhe über das Netz zu verkaufen, jemals erfolgreich sein würden. Heute ist Zalando einer der führenden Schuhhändler in Deutschland und Europa. 14.000 Mitarbeiter haben 2017 rund 4,5 Milliarden EUR Umsatz erwirtschaftet. Damals gab es viele Branchenexperten, die der Auffassung waren, dass Zalando nur ein Hype ist und sich Schuhe über das Internet nicht verkaufen lassen.

Zalando wächst wie kaum ein anderes Unternehmen, ist innovativ, bringt eben den notwendigen Weitblick und auch Mut zur Veränderung mit. Zalando ist heute längst nicht nur Schuhhändler. Auch andere Fashion-Produkte werden verkauft und man hat sich als Marktplatz auch für andere Hersteller und Händler geöffnet. Eine Entwicklung, die ohne eine Erweiterung der Perspektive nicht möglich gewesen wäre.

Und längst ist es auch nicht mehr so, dass jahrzehnte lange Erfahrung in einem Segment als Wettbewerbsvorteil gesehen werden kann. Die Digitalisierung macht es möglich, dass immer mehr Quereinsteiger, die die Möglichkeiten der Digitalisierung sehen und nutzen, in Branchen einsteigen und  schneller erfolgreich werden als einem lieb sein kann. Übrigens – die Zalando-Gründer waren auch keine Schuhändler.

Die Digitalisierung ist „Fluch und Segen“ zu gleich. Wer sie verschläft, wird in den kommenden Jahren sukzessive nach hinten durchgereicht werden. Auf der anderen Seite senkt die Digitalisierung auch Markteintrittsbarrieren, sodass junge, motivierte, mutige und schlaue Menschen ihre Geschäftsmodell und Visionen umsetzen können.

Die Erweiterung der Perspektive ist wichtig. Nur dann habe ich den Überblick, kann „Gefahren“ abschätzen, neue Visionen entwickeln und schnell reagieren, wenn neue Wettbewerber oder Trends in mein Marktsegment aufkommen.

Erweiterung der Informationsquellen

Um die Perspektive erweitern zu können, ist es notwenig, auch in Sachen Informstions- und Newsquellen neue Medien zu erschließen und zu suchen. Medien verändern sich über die Jahre, bieten unterschiedliche Blickwinkel. Aber auch in diesem Segment kommen neue, innovative Publisher hinzu, die andere Blickwinkel aufzeigen, andere Perspektiven möglich machen. Daher solltet ihr euch für neue Medien öffnen und nach diesen suchen. Und wenn wir schon mal beim Thema sind. Ihr müsst euch nicht alle Blogs oder Magazin auswendig merken oder in eurem Browser bookmarken. Hier gibt es tolle Tools wie einen RSS Reader (z.B. feedly), die praktisch euer Portfolio an Medien bündeln und zeigen, wenn neue Meldungen und Artikel online sind. Auch das spart Zeit und eine Menge Nerven.

Das richtige Event

Innovation, Denkanstöße, Inspiration, neue Trends und Networking. Wer das haben möchte, sollte sich gezielt auf den richtigen Branchenevents aufhalten und diese besuchen. Dabei müssen es nicht immer die teuersten Kongresse und Messen sein. Verlasst auch mal diesen Pfad und schaut euch nach alternativen Events, vielleicht auch mal kleinere Stammtische oder Barcamps um. Letztlich geht es darum, die Perspektive zu erweitern, sich zu öffnen und Menschen kennenzulernen, die mich weiterbringen oder mit denen man sich eben auf Augenhöhe austauschen kann. Ein großer Vorteil. Da die Event und Messeszene rund um die digitale Welt aber sehr undurchsichtig und mittlerweile vielseitig aufgestellt ist, sollte man sich auf die wichtigsten Veranstaltungen beschränken bzw. auch mal das ein oder andere neue Event testen.

Masterminds – auf Augenhöhe austauschen

Mastermind-Gruppen sind ein Zusammenschluss von Gleichgesinnten, die sich über ein bestimmtes Thema auf Augenhöhe austauschen, sich befruchten, aber auch unterstützen. Der Kontakt mit anderen ist wichtig und ich kann ihn nur empfehlen. Jenseits der zuvor genannten Messen und Events kann ein Austausch stattfinden. Wenn nicht physisch, dann vielleicht sogar in einer geschlossenen Facebook-Gruppe oder sonst irgendwie. Auch sonst finden regional immer wieder spannende Meetups statt, die sich lohnen können.

Workshops, Schulungen und Webinare

Auch der Besuch von Webinare oder Schulungen beispielsweise kann helfen, dass man sich weiterentwickeln kann. Neue Impulse, Ideen und auch hier der Austausch kann zielführend sein, um sich als Unternehmer oder Führungsperson entsprechend weiterzubilden und den eigenen Horizont zu erweitern.

Auf die richtigen Partner setzen

Diegitalisierung erfordert nicht nur Mut und konsequente Umsetzung. Wer den Prozess angehen will, muss sich insbesondere in der ersten Phase, Unterstützung holen. Der Blick aus der Vogelperspektive ist wichtig und hilft dabei, die neuen Wege richtig zu pflastern und so aufzubereiten, dass man ohne Barrieren und Umwege zum Ziel kommen kann.

Weniger ist manchmal mehr

Ein wichtiger Tipp zum Schluss ist, dass man sich auch bei dem Thema Digitalisierung fokussieren muss und nicht immer gleich alles auf einmal umsetzen muss. Müssen zehn neue Tools sein oder bin ich mit 4 neuen Tools nicht ähnlich flexibel und erfolgreich? Digitalisierung muss auch nicht komplett im Unternehmen, also in allen Bereichen, gestartet werden. Der „Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf“. Daher sollte man in der Führungsetage anfangen und Top down alles weitere umsetzen.

Digitalisierung erfordert ein Umdenken und bringt eine DNA-Veränderung im Unternehmen mit

Die Digitalisierung ist für viele „Fluch und Segen“ zu gleich. Das hatte ich bereits thematisiert. Wer sein Unternehmen digital aufbauen und entwicklen will, muss an die Strukturen ran. Prozesse müssen verändert oder neue geschaffen werden. Das gesamte Denkmuster muss angepasst werden und Mitarbeiter letztlich mit auf die Reise in die digitale Welt mitgenommen werden. Gar nicht so einfach, wie es sich in der Theorie manchmal liest.

Podcast anhören

Unser Podcast kann direkt hier im Artikel angehört werden. Zudem sind wir bei iTunes für alle iOS und Apple-Devices kostenlos verfügbar. Android-Nutzer finden uns bei stitcher.com (Stitcher App downloaden). Auch könnt ihr unseren Podcast bei YouTube oder bei Spotify anhören.

Stellt uns eure Fragen oder gebt Feedback

Ihr habt Fragen zu diesem oder insgesamt zum Thema der Digitalisierung? Dann haben wir für euch eine neue Rubrik „Eure Fragen“ erstellt, in der ihr Eure Fragen direkt per Tonaufnahme an uns senden könnt.

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