Digitalisierung im Handwerk – das klingt auf dem Papier nach Effizienz, Vereinfachung und Zukunftssicherheit. In der Realität scheitert der Fortschritt jedoch oft an Zeitmangel, Skepsis oder schlicht daran, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Viele Betriebe arbeiten weiterhin mit Papierformularen, Faxgeräten und analogen Prozessen, während Kund:innen und Kunden längst digitale Kommunikation und schnelle Reaktionszeiten erwarten.
Digitalisierung im Handwerk – so geht es!
Doch es geht auch anders. In dieser Podcast-Episode sprechen wir mit Stefan Bohlken, Fliesenlegermeister aus dem Raum Oldenburg, der zeigt, wie Digitalisierung im Handwerk konkret funktionieren kann – ohne IT-Background, aber mit einer klaren Vision.
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Stefan berichtet im Podcast, was für ihn echte Gamechanger war, welche Tools er nutzt, wie er mit Kunden heute schneller, effizienter und professioneller arbeitet – und warum gerade kleine Betriebe enorme Chancen haben, wenn sie sich dem digitalen Wandel öffnen. Eine Folge voller praxisnaher Impulse für alle, die wissen wollen, wie man Digitalisierung nicht nur denkt, sondern lebt.
Handwerk und Digitalisierung – ein schwieriges Verhältnis
Obwohl wir im Alltag längst digital unterwegs sind – vom Online-Banking bis zur Steuererklärung –, bleibt das Handwerk oft analog. Papierformulare, Klemmbretter und unstrukturierte Kommunikation prägen nach wie vor viele Prozesse. Stefan Bohlken bringt es auf den Punkt: „Wenn man dann aufs Handwerk trifft, dann ist das meist recht rostig und verkrustet.“ Der digitale Rückstand wird dabei nicht nur zur Belastung für die Betriebe selbst, sondern auch zum Problem für Kundinnen und Kunden, die längst andere Standards gewohnt sind.
Vom Klemmbrett zur App: Bohlkens Digitalstrategie
Der Einstieg in die Digitalisierung begann bei Stefan Bohlken aus praktischen Gründen: „Ich bin einfach zu faul, nicht zu digitalisieren.“ Erste Schritte waren die fotografische Dokumentation der Baustellen mit einer Digitalkamera, später mit dem Smartphone. Hinzu kamen digitale Zeiterfassungssysteme – zunächst noch als Insellösungen, später als ganzheitliches System.
Der entscheidende Wendepunkt war die Einführung der Handwerkersoftware Hero, mit der Stefan sämtliche Prozesse von der Kundenkommunikation bis zur Rechnungserstellung zentral steuern kann. „Die Mitarbeiter können Urlaub über die App einreichen, ich kann Bilder direkt auf der Baustelle abspeichern – alles läuft zentral.“
Effizienzgewinne durch integrierte Prozesse
Die eigentliche Stärke der Digitalisierung liegt für Bohlken in der Integration: Statt mehrere Tools parallel zu bedienen, setzt er auf ein zentrales System. „Dass man nicht mehr so viele Systeme bespielen muss, war die größte Zeitersparnis.“ Besonders die Verbindung zur eigenen Homepage erweist sich als Effizienzbooster: Kunden tragen ihre Daten in ein Formular ein, die Informationen landen automatisch im System, inklusive Checklisten und Projektdokumenten – direkt verfügbar, auch auf der Apple Watch.
Zwischen Digitalisierung und Menschlichkeit
Trotz aller Technik bleibt für Bohlken der persönliche Kontakt zentral. „Ich bin digital unterwegs, aber ich telefoniere mit dem Kunden, sobald ich alle Infos habe. Das bleibt wichtig.“ Auch bei KI-Lösungen bleibt er kritisch. Zwar testet er Telefonassistenten wie „Hallo Petra“, betont aber, dass Automatisierung nicht auf Kosten der Kundennähe gehen darf: „Wenn der Chatbot nervt, legen die Leute auf.“
Kommunikation im 21. Jahrhundert: WhatsApp, Standorttracking und Automatisierung
Ein oft unterschätzter Aspekt der Digitalisierung ist die Kundenkommunikation. Bohlken nutzt hier insbesondere WhatsApp Business – mit Textbausteinen, automatischen Nachrichten und Standortfreigaben. Auf dem Weg zur Baustelle sendet er dem Kunden ein Icon mit GPS-Tracking: „Da steht dann ‚Bin gleich da‘ – das schafft Vertrauen.“
Auch Prozessschritte – wie die Fertigstellung eines Angebots oder der Versand von 3D-Zeichnungen – könnten künftig automatisiert kommuniziert werden. Die technische Grundlage dafür ist vorhanden. „Das würde helfen, dass Handwerker nicht mehr stumm sind.“ Denn eines steht für ihn fest: Wer schneller, transparenter und verbindlicher kommuniziert, gewinnt.
Sichtbarkeit in sozialen Medien: vom Fliesenleger zum Bau-Influencer
Neben der internen Digitalisierung hat Stefan Bohlken früh erkannt, wie wichtig digitale Sichtbarkeit für kleine Betriebe ist. Bereits 2017 wurde er mit einem Facebook-Video zur Wiedereinführung der Meisterpflicht bundesweit bekannt. Es folgten eine Petition, Gespräche mit Politikern und große mediale Aufmerksamkeit.
Auch im Alltag setzt er auf Facebook und Instagram: „Einfach schöne Bilder zeigen – was man kann.“ Der Erfolg zeigt sich im Alltag: Kunden erkennen ihn im Supermarkt, Azubis bewerben sich direkt über die Plattformen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein unschätzbarer Vorteil. „Wenn du sichtbar sein willst, musst du dahin, wo die jungen Leute sind – ans Handy.“
Fazit: Kleine Schritte, große Wirkung – Digitalisierung als Dauerprozess
Stefan Bohlkens Geschichte zeigt: Digitalisierung im Handwerk ist kein Hexenwerk. Sie beginnt mit kleinen Schritten – einem digitalen Kalender, einer strukturierten Zeiterfassung, dem Abschied vom Faxgerät. Wichtig ist, dranzubleiben, sich Lösungen zeigen zu lassen und die Vorteile im Alltag zu erleben.
Bohlkens Tipp an junge Handwerker:innen: „Werde der Handwerker, den du dir selbst wünschen würdest – verbindlich, strukturiert, digital erreichbar.“ Sein Beispiel macht Mut – und zeigt, dass selbst kleine Betriebe durch Digitalisierung enorm profitieren können.
Learnings aus dem Gespräch mit Stefan Bohlken zum Thema Digitalisierung im Handwerk
Blicken wir zusammenfassend auf wichtige Learnings aus dem Podcast:
- Digitalisierung beginnt nicht mit Technik, sondern mit Haltung
- Digitalisierung spart messbar Zeit und Geld
- Kundenerwartungen haben sich verändert – und das Handwerk muss reagieren
- Digitalisierung ermöglicht professionelle Kundenkommunikation
- Automatisierung ≠ Kundenferne
- KI bietet Potenzial – aber mit Augenmaß
- Zukunftsvisionen als Orientierung
- Social Media ist kein Nice-to-have, sondern Bestandteil moderner Sichtbarkeit
- Prozesse strukturieren = Fachkräftemangel abmildern
Fragen aus dem Podcast mit Stefan Bohlke (Auswahl)
Stell dich doch kurz unseren Zuhörer:innen vor – wer bist du und was machst du ganz genau?
- Wie erlebst du das? Du bist ja auch in der Innung drin … Nimm uns doch mal so aus deinem Blickwinkel mit: Wo steht das Handwerk, was Digitalisierung angeht?
- Wann hast du deinen Betrieb digitalisiert, wann hast du dich mit dem Thema beschäftigt, und wie bist du rangegangen?
- Welche Tools sind für dich mittlerweile unverzichtbar?
- Wie lange war der Prozess? Vom ersten Impuls bis zur Umsetzung? Und wie lange hat es insgesamt gedauert? Oder bist du sogar noch dabei?
- Was hat dir konkret jetzt wirklich einen Effizienzgewinn gebracht?
- Bietest du auch eine Terminvergabe online an?
- Bist du denn ansonsten auch dabei, papierlos zu arbeiten? Also versucht ihr wirklich, alles zu digitalisieren?
- Was sind da deine Gedanken zum Thema KI im Handwerk? Wo stehst du da, was testet ihr gerade?
- Wie tief bist du im Thema Social Media drin und wie nutzt du es für deinen Betrieb?
- Hat dir Social Media auch bei der Mitarbeitergewinnung geholfen?
- Wenn du einem jungen Handwerker drei Dinge mit auf den Weg geben würdest – was wären das?
- Gibt es noch Bürokratiehürden oder politische Herausforderungen, bei denen du dir Veränderungen wünschen würdest?
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