2019 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Angestellten erfassen müssen. Wie das Bundesarbeitsgericht rund drei Jahre später daraus ableitete, ist sogar ein System zur Arbeitszeiterfassung einzuführen. Gerade in digitalen Unternehmen ist die Zeiterfassung allerdings sehr umstritten – Remotearbeit und Homeoffice ermöglichen schließlich Flexibilität und sind an ein hohes Maß an Vertrauen und Eigenverantwortung gebunden.
Viele sind der Meinung, dass sich die Zeiterfassung negativ auf diese Selbstbestimmung auswirken könnte. Digitale Unternehmer können jedoch einen anderen Blickwinkel einnehmen: Richtig eingesetzt sichert Zeiterfassung digitalen Betrieben nämlich echte Wettbewerbsvorteile.
Mithilfe der richtigen Entscheidungen einen Wettbewerbsvorsprung sichern
Digitale Unternehmen unterliegen nicht selten einem rasanten Wachstum: Die Anzahl an Projekten steigt, Teams werden weiter ausgebaut und der Zeitaufwand muss geschickt koordiniert werden. Fehlen jegliche Daten zur Arbeitszeit der Teams, können Projekte allerdings nur schwer geplant werden – was sich einerseits auf die Attraktivität von Angeboten und andererseits die Effektivität der Betriebe auswirkt. Auch wenn Flexibilität und Eigenverantwortung in digitalen Unternehmen eine hohe Bedeutung zukommt, darf Timetracking deshalb nicht aus den Augen verloren werden. Dieses liefert Daten, auf deren Basis vorteilhafte Entscheidungen getroffen werden können – was Unternehmen einen echten Wettbewerbsvorteil verschafft.
Einschränkung und Ausbau des eigenen Angebotes
Nicht alle Dienstleistungen und Produkte sind für ein digitales Unternehmen wirklich lohnenswert, wenn der tatsächliche Zeitaufwand berücksichtigt wird. Durch die Zeiterfassung fällt digitalen Unternehmen oftmals erst auf, wo versteckte Zeitfresser oder auch unbezahlte Tätigkeiten liegen. Kurzum: Der eigentliche Aufwand pro Projekt wird bewusster wahrgenommen, weshalb sich auch leichter herausfinden lässt, wie rentabel die Aufträge wirklich ausfallen. Die Auswertung der Zeitdaten macht klar, wo die Marge erhöht werden muss – und ob nicht-rentable Angebote womöglich aus dem eigenen Profil gestrichen werden sollten. Das wiederum macht Zeit für wirklich rentable Projekte frei – und sichert digitalen Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Realistische Preisgestaltung und Projektplanung
Anhand der gesammelten Zeitdaten kann wesentlich genauer vorhergesagt werden, was vorgeschlagene Projekte kosten – und wie lange sie wirklich dauern. Dadurch entfallen Nachverhandlungen und unvorhergesehene Verzögerungen können besser vermieden werden. Die bessere Skalierbarkeit erhöht auf diesem Wege auch die Kundenzufriedenheit, wodurch die Quote an wiederkehrenden Kunden erhöht werden kann. Die realistische Projektplanung hebt das digitale Unternehmen so positiv von der Konkurrenz ab, was einen Wettbewerbsvorsprung darstellt.
Ressourcenplanung und Fokussierung werden erleichtert
Zeitdaten ermöglichen es Unternehmen, die Aufgabenverteilung für Projekte besser anzugehen. Sie zeigen zudem, wo Verbesserungsbedarf besteht oder gar eine Automatisierung Wettbewerbsvorteile sichern kann. Anstatt blind zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, kann das Zeitmanagement also leichter optimiert werden. Überlastungen werden mithilfe der richtigen Planung vermieden, was wiederum die Effizienz ganzer Teams erhöht und unnötige Kosten reduziert.
Doch damit nicht genug: Vertrauenswürdige Zeitdaten helfen auch dabei, Projekten passende Prioritäten zuzuordnen und den Fokus auf rentable Aufgaben zu legen. Die Zeit wird so strategisch eingeteilt, anstatt allen Aktivitäten dieselbe Bedeutung zuzuordnen. Das schafft Klarheit unter den Mitarbeitern und erhöht auch die Effizienz bei der Organisation. Kurzum: Mithilfe der Zeiterfassung können digitale Unternehmen strategischer vorgehen und leichter Entscheidungen treffen, mit denen sie sich besser am Markt positionieren und Wachstum erleben können.

