12. Februar 2026

Mensch vs. KI: Wie viel Denken dürfen wir wirklich an Künstliche Intelligenz abgeben? #579

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie verändert bereits heute, wie wir arbeiten, entscheiden und unternehmerisch handeln. Doch während Tools wie ChatGPT Effizienz und Geschwindigkeit versprechen, stellt sich eine viel grundlegendere Frage: Welche Rolle bleibt dem Menschen in einer KI-geprägten Arbeitswelt?

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Andreas Moring über genau dieses Spannungsfeld. Es geht um das Zusammenspiel von menschlicher Intelligenz und KI, um Risiken der Bequemlichkeit, um neue Machtverhältnisse in Unternehmen – und um die Skills, die Unternehmer und Mitarbeitende künftig wirklich benötigen.

Menschliche vs. künstliche Intelligenz – zwei völlig unterschiedliche Stärken

Künstliche Intelligenz ist uns Menschen in einem Bereich klar überlegen: beim Rechnen, Vergleichen und Auswerten riesiger Datenmengen. Genau dafür wurde sie entwickelt. Das menschliche Gehirn hingegen ist evolutionär nicht auf statistische Höchstleistungen ausgelegt, sondern auf ganzheitliches Verstehen. Menschen erkennen Zusammenhänge, spüren Stimmigkeiten oder Unstimmigkeiten und greifen auf Erfahrung und Intuition zurück.

Das eigentliche Potenzial entsteht nicht im Entweder-oder, sondern im bewussten Zusammenspiel beider Intelligenzen. KI übernimmt rechnerische und regelbasierte Aufgaben – der Mensch bleibt Gestalter, Entscheider und Sinngeber.

Die größte Gefahr: Bequemlichkeit statt Kontrolle

Die größte Bedrohung durch KI ist nicht eine übermächtige Maschine, sondern menschliche Bequemlichkeit. Wenn Denken ausgelagert wird, verkümmern Fähigkeiten. Studien zeigen bereits, dass bei unreflektierter KI-Nutzung kognitive Aktivität abnimmt, während Ergebnisse gleichzeitig austauschbarer und seelenlos werden.

Wer KI hingegen vorbereitet, mit klaren Zielen nutzt und eigene Denkleistung einbringt, erzielt kreativere und qualitativ bessere Resultate. KI verstärkt also vorhandene Kompetenzen – sie ersetzt sie nicht.

Wo KI sinnvoll ist – und wo der Mensch unverzichtbar bleibt

KI eignet sich besonders gut für Aufgaben, die auf Erkennen, Zuordnen und Vergleichen beruhen: Dokumentenprüfung, Controlling, Prozessüberwachung oder automatisierte Kommunikation. Auch Prognosen und Optimierungen funktionieren – solange das Umfeld stabil ist.

Sobald jedoch Überraschungen, Instabilität oder menschliche Interaktion ins Spiel kommen, stößt KI an ihre Grenzen. In diesen Situationen braucht es Erfahrung, Improvisationsfähigkeit und sogenanntes tacit knowledge – das implizite Wissen, das sich nicht in Datenbanken abbilden lässt.

Wissen wird zum wichtigsten Unternehmens-Asset

Unternehmen, die KI erfolgreich einsetzen, bauen gezielt eigene Wissenssysteme auf. Nicht Kapital oder Größe entscheiden über Wettbewerbsfähigkeit, sondern die Fähigkeit, internes Wissen strukturiert verfügbar zu machen und sinnvoll mit KI zu kombinieren.

Gerade kleine Teams oder Einzelunternehmer können durch KI enorme Hebelwirkungen erzielen – vorausgesetzt, sie behalten die strategische Kontrolle. Der Mensch bleibt dabei immer der Vordenker, nicht der passive Beobachter.

Jobs, Hierarchien und eine unbequeme Wahrheit

Entgegen vieler Hoffnungen führt KI nicht zu mehr Gleichheit in Unternehmen. Im Gegenteil: Hierarchien werden stärker. Regelbasierte Einstiegsjobs, Praktika und Junior-Positionen verschwinden zunehmend. Gleichzeitig steigt der Wert derjenigen, die KI verstehen, steuern und strategisch einsetzen können.

Das Ergebnis ist eine größere Kluft zwischen Entscheidern und Ausführenden – mit massiven Auswirkungen auf Karrierewege, Ausbildung und Unternehmenskultur.

„Die Gefahr ist nicht, dass KI uns unterwirft – sondern dass wir uns aus Bequemlichkeit ihr unterwerfen.“ (Andreas Moring)

FAQ – Häufige Fragen aus dem Podcast

Was kann KI besser als der Mensch?
Rechnen, Muster erkennen, vergleichen und optimieren – besonders in stabilen Umfeldern.

Was bleibt die Kernkompetenz des Menschen?
Ganzheitliches Denken, Intuition, Erfahrung und Umgang mit Unvorhersehbarkeit.

Warum ist Bequemlichkeit so gefährlich?
Weil sie dazu führt, dass Denkfähigkeit und Wissen verkümmern.

Welche Jobs sind besonders gefährdet?
Regelbasierte, stark standardisierte Tätigkeiten mit wenig Entscheidungsfreiheit.

Sollte man KI-Entscheidungen immer überprüfen?
Ja – insbesondere dann, wenn Ergebnisse unrealistisch oder „zu gut“ erscheinen.

Fünf zentrale Learnings aus dem Podcast

  1. KI verstärkt Kompetenzen – sie ersetzt keine Denkprozesse
  2. Intuition bleibt ein entscheidender Wettbewerbsfaktor
  3. Wissen ist das wichtigste Asset moderner Unternehmen
  4. Hierarchien werden durch KI eher stärker als schwächer
  5. Human-in-the-Loop ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht

Fazit

Künstliche Intelligenz ist ein mächtiges Werkzeug – aber kein Ersatz für menschliche Urteilskraft. Unternehmer, die KI bewusst einsetzen, gewinnen Geschwindigkeit und Fokus. Wer jedoch blind delegiert, riskiert Kompetenzverlust und Fehlentscheidungen. Die Zukunft gehört denen, die Mensch und Maschine intelligent orchestrieren.

Mehr dazu hörst du in der aktuellen Podcast-Episode.

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Thomas Ottersbach

Thomas Ottersbach ist geschäftsführender Gesellschafter der PageRangers GmbH. Seit über 20 Jahren ist er im Online-Business aktiv und hat verschiedene Unternehmen erfolgreich aufgebaut und veräußert. Thomas ist zudem Herausgeber/Produzent des beliebten SEO Podcasts (www.seosenf.de). Mit dem Podcast "Digitales Unternehmertum" gibt er nicht nur seine eigenen Erfahrungen als Unternehmer weiter, sondern durch die vielen Interview-Gäste gibt es für die Zuhörer:innen maximale Inspiration und Wissenstransfer rund um das digitale Business. Seit einigen Jahren dreht sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) das digitale Businessrad weiter. Auch hier ist Thomas Experte und hat ein eigenes Unternehmen in diesem Bereich aufgebaut. Du suchst Unterstützung für dein digitales Business und möchtest einen kostenlosen Beratungstermin mit Thomas vereinbaren? Dann suche dir einen Termin direkt online aus.

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