12. Januar 2026

Recruiting über Content: Lass Talente zu dir kommen #573

Der Arbeitsmarkt hat sich grundlegend verändert – und klassische Stellenanzeigen verlieren zunehmend an Wirkung. In dieser Podcast-Folge geht es darum, wie Unternehmen heute über strategischen Content qualifizierte Fachkräfte gewinnen können: sichtbar werden, Vertrauen aufbauen und die Qualität statt Quantität der Bewerbungen steigern. Thematisiert werden unter anderem Content-basierte Recruiting-Strategien, der Aufbau von Themenclustern und Content Hubs, die Rolle der eigenen Website als zentrale Owned-Media-Basis sowie die gezielte Nutzung von Social Media und KI-Systemen. Außerdem wird erklärt, wie Content recycelt, messbar gemacht und langfristig eingesetzt werden kann – inklusive typischer Fehler, praxisnaher Beispiele und klarer KPIs. Wer Recruiting zukunftsfähig aufstellen und sich nachhaltig vom Wettbewerb differenzieren möchte, findet in dieser Episode konkrete Impulse und umsetzbare Ansätze. Reinhören lohnt sich.

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Content-basiertes Recruiting ist kein Trend, sondern eine notwendige Weiterentwicklung

Klassische Stellenanzeigen reichen nicht mehr aus, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen – Content wird zum zentralen Hebel im Recruiting.

Der Arbeitsmarkt hat sich deutlich zugunsten der Bewerbenden verschoben. Anforderungen an Arbeitgeber sind gestiegen, Vergleichbarkeit ist höher denn je, und klassische Stellenportale verlieren zunehmend an Strahlkraft. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sich sichtbar und glaubwürdig von Wettbewerbern zu differenzieren.

Genau hier setzt Content-basiertes Recruiting an. Statt ausschließlich vakanzgetrieben zu arbeiten, geht es darum, durch relevante Inhalte langfristig Vertrauen, Autorität und Sichtbarkeit aufzubauen. Ziel ist nicht, möglichst viele Bewerbungen zu generieren, sondern die richtigen Bewerbungen. Content übernimmt dabei eine doppelte Funktion: Er informiert potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten umfassend und sorgt gleichzeitig für eine natürliche Vorauswahl durch Selbstselektion.

Die eigene Website als zentrale Basis für nachhaltiges Recruiting

Ohne eine starke Owned-Media-Basis ist nachhaltiges Recruiting nicht möglich.

Soziale Netzwerke spielen eine wichtige Rolle, doch die strategische Basis muss immer die eigene Website sein. Sie ist der einzige Kanal, über den Unternehmen vollständige Kontrolle haben – unabhängig von Algorithmus-Änderungen, Reichweitenverlusten oder steigenden Werbekosten auf Drittplattformen.

Die Website fungiert als inhaltlicher Ankerpunkt für alle Recruiting-Aktivitäten. Hier werden zentrale Themen gesetzt, Inhalte strukturiert aufbereitet und sowohl für Suchmaschinen als auch für KI-Systeme optimiert. Gleichzeitig ist sie der Ort, an dem Bewerbende sich tiefgehend informieren können: über Positionen, Anforderungen, Arbeitsweise, Kultur und Entwicklungsmöglichkeiten. Je besser diese Inhalte aufbereitet sind, desto höher ist später die Qualität der Bewerbungen.

Themencluster und Content Hubs: Sichtbarkeit für Jobs bei Google und KI-Systemen aufbauen

Wer bei Google und KI-Systemen gefunden werden will, muss Themen ganzheitlich besetzen – nicht nur einzelne Keywords.

Ein zentraler Baustein der Strategie ist der Aufbau sogenannter Themencluster oder Content Hubs. Dabei wird ein übergeordnetes Thema – etwa eine bestimmte Position oder ein Berufsbild – aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Statt nur eine einzelne Karriereseite zu erstellen, entstehen mehrere Inhalte, die miteinander verknüpft sind.

Am Beispiel einer Position im Bauwesen kann das bedeuten: Neben einer Seite zur Rolle des Bauleiters oder Projektleiters entstehen Inhalte zu Aufgaben, Qualifikationen, Weiterbildungsmöglichkeiten, technischen Anforderungen, Persönlichkeitsprofilen, Vor- und Nachteilen des Berufs oder typischen Karrierewegen. Diese thematische Tiefe sorgt für Autorität bei Suchmaschinen und liefert gleichzeitig echten Mehrwert für potenzielle Bewerbende.

Content sorgt für bessere Bewerbungen durch Selbstselektion

Gute Inhalte filtern Bewerbende automatisch – noch bevor sie sich bewerben.

Ein wiederkehrendes Problem im Recruiting ist nicht der Mangel an Bewerbungen, sondern deren Qualität. Content hilft dabei, Erwartungen realistisch darzustellen und Transparenz zu schaffen. Wer sich durch ausführliche Inhalte arbeitet, weiß bereits vor der Bewerbung, ob die Position, das Arbeitsmodell oder die Unternehmenskultur wirklich passen.

So lassen sich beispielsweise Themen wie Homeoffice-Regelungen, Arbeitszeiten, Entscheidungswege oder Anforderungen klar kommunizieren. Bewerbende, deren Erwartungen nicht erfüllt werden, springen frühzeitig ab – was Zeit, Kosten und Frustration im weiteren Prozess reduziert. Übrig bleiben weniger, dafür aber deutlich besser passende Kandidatinnen und Kandidaten.

Content Recycling macht Recruiting effizient und skalierbar

Ein guter Fachartikel ist der Ausgangspunkt für zahlreiche weitere Content-Formate.

Content-basierte Recruiting-Strategien müssen kein Ressourcenfresser sein. Im Gegenteil: Wer strukturiert arbeitet, kann Inhalte mehrfach nutzen und effizient skalieren. Die Basis bildet meist ein fundierter Artikel auf der Website. Daraus lassen sich zahlreiche weitere Formate ableiten.

Kurze Videos für TikTok oder Instagram, LinkedIn-Beiträge mit Kernaussagen, YouTube-Videos, Interviews mit Mitarbeitenden oder Führungskräften – all das kann auf denselben Inhalten aufbauen. Auch hier kann KI unterstützen, etwa beim Zusammenfassen, Umformulieren oder Strukturieren. Entscheidend ist, dass die inhaltliche Substanz stimmt und kanaladäquat aufbereitet wird.

Die richtige Kanalwahl entscheidet über den Erfolg

Nicht jeder Kanal ist für jede Zielgruppe geeignet – Fokus schlägt Streuung.

Sichtbarkeit ist wichtig, aber sie muss dort stattfinden, wo sich die relevante Zielgruppe tatsächlich aufhält. Während TikTok für junge Zielgruppen oder Azubis geeignet sein kann, ist LinkedIn häufig der bessere Kanal für Fach- und Führungskräfte im B2B-Umfeld. Instagram kann ergänzend genutzt werden, um visuelle Einblicke und „Behind-the-Scenes“-Content zu liefern.

Wichtig ist ein realistischer Einstieg: lieber wenige Kanäle sauber bespielen als überall halb präsent sein. Die Website bleibt dabei immer der zentrale Knotenpunkt, auf den alle Aktivitäten einzahlen.

Sichtbarkeit bei Google und in KI-Systemen gezielt aufbauen

Gute Inhalte wirken doppelt – in der klassischen Suche und in KI-gestützten Systemen.

KI-Systeme greifen zunehmend auf gut rankende, strukturierte Inhalte zurück. Wer also bei Google sichtbar ist, erhöht automatisch auch die Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten aufzutauchen. Voraussetzung dafür sind klar strukturierte Inhalte, thematische Tiefe und eine saubere interne Verlinkung innerhalb der Themencluster.

Gerade für regional tätige Unternehmen bietet sich hier eine große Chance: Mit qualitativ hochwertigen Inhalten lässt sich oft schneller regionale Sichtbarkeit aufbauen als in stark umkämpften nationalen Märkten. Wichtig ist jedoch ein langer Atem – nachhaltige Sichtbarkeit entsteht nicht über Nacht, sondern über Monate.

KPIs im Content Recruiting: Erfolg messbar machen

Ohne klare KPIs bleibt Content ein Bauchgefühl – mit Zahlen wird er steuerbar.

Content-basiertes Recruiting lässt sich sehr konkret messen. Relevante Kennzahlen sind unter anderem die Reichweite der Inhalte, Engagement-Raten, die Anzahl und Qualität von Initiativbewerbungen, Feedback zur Candidate Experience sowie klassische Recruiting-KPIs wie Cost per Hire oder Time to Hire.

Besonders aussagekräftig ist die Entwicklung der Bewerberqualität. Weniger Bewerbungen, die dafür besser passen, sind ein klares Zeichen für eine funktionierende Content-Strategie. Mittel- und langfristig kann Content zudem deutlich kosteneffizienter sein als dauerhaft neue Stellenanzeigen oder bezahlte Kampagnen.

Authentizität schlägt Perfektion

Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Hochglanz, sondern durch echte Einblicke.

Ein häufiger Fehler im Content-Recruiting ist ein zu werblicher, zu perfekter Auftritt. Erfolgreicher Content ist authentisch, nahbar und ehrlich. Ein einfaches Video mit dem Smartphone, guter Ton und klarer Aussage kann wirkungsvoller sein als eine aufwendig produzierte Imagekampagne.

Ebenso wichtig ist Regelmäßigkeit. Inhalte sollten gepflegt, aktualisiert und weiterentwickelt werden. Prozesse ändern sich, Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter – und genau das sollte sich auch im Content widerspiegeln.

Langfristige Recruiting-Strategie: Warum Content sich nachhaltig auszahlt

Wer heute in Content investiert, sichert sich morgen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Content-Recruiting ist kein kurzfristiger Hack, sondern eine strategische Investition. Unternehmen können klein starten, sich auf Schlüsselpositionen konzentrieren und die Strategie schrittweise ausbauen. Der langfristige Effekt: stärkere Arbeitgebermarke, bessere Bewerbungen, geringere Abhängigkeit von Plattformen und mehr Effizienz im Recruiting-Prozess.

Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel wird es immer wichtiger, nicht nur Stellen zu besetzen, sondern als Arbeitgeber sichtbar, relevant und glaubwürdig zu sein. Content liefert dafür das Fundament.

Fazit: Content Recruiting als strategischer Wettbewerbsvorteil

Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wird sich weiter verschärfen – und Unternehmen, die weiterhin ausschließlich auf klassische Stellenanzeigen setzen, werden zunehmend an Grenzen stoßen. Content-basiertes Recruiting bietet die Möglichkeit, sich nachhaltig zu differenzieren, sichtbar zu werden und gezielt die passenden Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen.

Mit einer starken Website als Basis, klar strukturierten Themenclustern, authentischen Inhalten und einem durchdachten Content-Recycling lassen sich Reichweite, Vertrauen und Arbeitgeberattraktivität systematisch aufbauen. Der entscheidende Vorteil: Content sorgt nicht nur für mehr Sichtbarkeit, sondern auch für bessere Bewerbungen, geringere Streuverluste und effizientere Prozesse.

Wer heute beginnt, Recruiting als Content- und Kommunikationsaufgabe zu verstehen, investiert nicht in kurzfristige Effekte, sondern in eine langfristig tragfähige Strategie – messbar, skalierbar und unabhängig von einzelnen Plattformen. Genau darin liegt der eigentliche Hebel für zukunftsfähiges Recruiting.

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Thomas Ottersbach

Thomas Ottersbach ist geschäftsführender Gesellschafter der PageRangers GmbH. Seit über 20 Jahren ist er im Online-Business aktiv und hat verschiedene Unternehmen erfolgreich aufgebaut und veräußert. Thomas ist zudem Herausgeber/Produzent des beliebten SEO Podcasts (www.seosenf.de). Mit dem Podcast "Digitales Unternehmertum" gibt er nicht nur seine eigenen Erfahrungen als Unternehmer weiter, sondern durch die vielen Interview-Gäste gibt es für die Zuhörer:innen maximale Inspiration und Wissenstransfer rund um das digitale Business. Seit einigen Jahren dreht sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) das digitale Businessrad weiter. Auch hier ist Thomas Experte und hat ein eigenes Unternehmen in diesem Bereich aufgebaut. Du suchst Unterstützung für dein digitales Business und möchtest einen kostenlosen Beratungstermin mit Thomas vereinbaren? Dann suche dir einen Termin direkt online aus.

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