26. Juni 2022

Braucht es alternative Eventformate und welche Bedeutung hat das Metaverse? Im Gespräch mit Björn Schaper #379

Alternative Eventformate

Die Event- und Konferenzbranche hat es seit der Corona-Pandemie sehr hart getroffen. Messeveranstalter, Catering-/Technikfirmen und all jene Unternehmen, die fest in der Branche etabliert waren, mussten sich neu erfinden. Ich war selbst mit meinem Unternehmen PageRangers betroffen, da wir kurz vor dem ersten Lockdown auf einer größeren Messe, mit einem eigenen Messestand vertreten sein wollten. Bis heute hat die Messe nicht stattgefunden.

Seit fast zwei Jahren Pandemie hat sich die Eventbranche mehrfach geschüttelt und einige neue Messeformate getestet. Angefangen von reinen Zoom-Events bis hin zu hybriden- oder virtuellen Events war alles dabei. So richtig ist das „neue“ Format noch nicht gefunden. Es wird viel getestet.

Im heutigen Podcast spreche ich mit Björn Schaper von der Firma NEYROO. Björn ist seit über 20 Jahren in der Event-Branche tätig und hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Event-Formate zu kreieren. Beispielsweise setzt er für die LinkedIn Influencerin Céline Flores Willers das beliebte Talk-Format „45 Dive“ um. Auch sonst hat Björn viele kreative Ideen, die er umsetzen möchte.

Offline-Events am Ende?

So richtig klar ist heute noch nicht, ob Offline-Events jemals wieder die Strahlkraft haben werden. Erste Veranstalter, wie die OMR Rockstars, planen wieder fest mit einem Offline-Event in diesem Jahr. In welcher Größenordnung, bleibt abzuwarten. Fakt ist, die Branche muss sich weiterentwickeln und darf nicht stehenbleiben.

Hybride Events – so richtig klappt es noch nicht, oder?

Was hybride Events angeht, habe ich einige in den letzten 1,5 Jahren miterleben dürfen. Zuletzt auf dem OMT in Mainz. Bei allen Bemühungen der Veranstalter bin ich noch nicht richtig überzeugt, ob ein On- und Offline Event parallel sinnvoll ist. Zumindest nicht, wie sie bisher umgesetzt waren.

Im Podcast spreche ich mit Björn sehr ausführlich über das Thema und wir durchleuchten unterschiedliche Szenarien bzw. besprechen unsere unterschiedlichen Ideen und Vorstellungen. Um es vorweg zu nehmen. Ich kann mir hybride Events, mit einer anderen und zum Teil neu gedachten Umsetzung, schon vorstellen.

Benötigen wir überhaupt alternative Eventformate?

Ein wenig provokant habe ich Björn im Podcast die Frage gestellt, ob wir alternative Eventformate überhaupt noch benötigen oder hat sich die Branche während der Corona-Pandemie bereits neu erfunden und an die jetzigen Formate gewöhnt? Hört euch den Podcast an, ihr werdet vielleicht überrascht sein, was seine Antwort angeht.

Das Metaversum in der Event-Branche – kann das funktionieren?

Wer weiß schon, ob Mark Zuckerberg mit seiner Vision, ins Metaversum einsteigen zu wollen, recht behalten wird. Wir gehen dem Thema im Podcast nach und sinnieren ein wenig, ob und wie das Metaversum auch in der Eventbranche Einzug erhalten könnte. Auch wenn wir uns heute die genaue Umsetzung noch nicht so richtig vorstellen können, hat Björn mit einem Satz zu 100 Prozent recht. Denn dort merkt er berechtigterweise an, dass unsere Kinder mit den virtuellen Welten groß werden und bereits heute in Fortnite und anderen Games bereits erste Events stattfinden. Der Weg zum Business ist daher nicht weit und in 5-10 Jahren kann ich mir persönlich schon vorstellen, dass wir Events auch in eigenen virtuellen Welten erleben werden.

Insbesondere junge Leute und Gamer beschäftigen sich mit AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) in Verbindung mit digitalen Gütern (z.B. Blockchain als NFT), bereits heute immer häufiger. Sollte Apple, Google oder welches Unternehmen auch immer, spezielle Brillen (AR, VR, etc.) in die Marktreife bringen, wird sich das Thema noch mal völlig neu aufstellen und beschleunigen können.

Zwar wird es auch im Metaversum „First Mover“ geben, ob diese allerdings dann so dominant sein werden wie heute Apple, Facebook & Co., wird abzuwarten sein. Denn die neue virtuelle Welt funktioniert dezentral und jeder einzelne Nutzer wird in der Lage sein, sich mit jedem anderen Nutzer aus der virtuellen Welt zu vernetzen und sich darin zu bewegen. Das Metaversum wird sicher kommen, aber eine Frage bleibt – wann und mit welcher Schlagweite wohl? Denn wer sich in Echtzeit im Metaversum bewegen möchte, benötigt eine völlig andere Bandbreite als wir sie heute kennen. Die Netzlast und alles, was technisch damit zusammenhängt, muss eine völlig neue Dimension erlangen. Und da wir in Deutschland nicht gerade zu den Vorbildern, was Digitalisierung und Breitbandausbau gehören, ist mit einem kurzfristigen Switch in das Metaversum nicht so schnell zu rechnen.

Mark Zuckerberg hat in seiner Keynote, die nun ein paar Monate zurückliegt, erste Eindrücke gegeben, wie eine neue virtuelle Welt wohl aussehen könnte. Wer Lust hat, kann sich das Video anschauen:

Keynote von Mark Zuckerberg zum Metaversum

Die gesamte Eventbranche muss sich neu erfinden

Die Eventbranche hat sich bereits in den letzten zwei Jahren stark verändern müssen und wird sich künftig weiter verändern. Geschäftsmodelle müssen neu gedacht werden. Einige Ansätze bespreche ich mit Björn im Podcast.

Was denkt ihr?

Ich bin sehr neugierig, teilweise auch sehr positiv gestimmt – insbesondere nach dem Podcast hat sich mein Blickwinkel auf die Eventbranche noch mal verändert. Viele neue Ideen kommen mir in den Sinn und haben wir teilweise auch im Podcast thematisiert. Mich interessiert eure Meinung zu dem Thema? Wie seht ihr die Zukunft. Teilt es mir mit. Gerne hier direkt unterhalb der Kommentare, als LinkedIn Message oder per eMail an podcast (ät) digitales-unternehmertum.de

Themen / Fragen aus dem Podcast mit Björn Schaper

  • Einleitung ins Thema
  • Vorstellung Björn Schaper
  • Wie hast du den ersten Lockdown empfunden? Nimm uns mal in deine Gedankenwelt von damals mit
  • Brauchen wir überhaupt noch alternative Eventformate oder haben wir diesen Schritt seit Corona bereits vollzogen?
  • Siehst du keinen Konflikt zwischen On- und Offline-Events, gerade was die unterschiedlichen Bedingungen und Voraussetzungen des Zielpublikums angeht?
  • Wird ein Event als „wertig“ gesehen, wenn neben dem Offline-Event, der Content OnDemand angeboten wird?
  • Wäre es nicht wesentlich besser, wenn On- und Offline als zwei verschiedene Events geplant werden und der Online-Kanal die Verlängerung zum Offline-Event wäre? In unterschiedlicher Tiefe und Umsetzung?
  • Muss ein Event-Veranstalter sein Geschäftsmodell neu denken?
  • Müssen Events künftig eher als Plattform fungieren?
  • Kannst du Tools empfehlen, mit denen man Events besonders machen kann?
  • Wie wichtig sind Daten oder werden Daten in Zukunft für die Eventbranche sein?
  • Könnte die E-Commerce-Branche hier Vorbild für die richtige Verwendung von Daten sein?
  • Hast du ein hybrides Event in den letzten 1,5 Jahren erlebt, was dich begeistert hat?
  • Glaubst du, dass wir im Metaversum künftig Events sehen und stattfinden werden – auch im B2B Umfeld?
  • Wo wird die Event-Branche in 2-3 Jahren stehen?
  • Wieso fehlt vielen Veranstaltern der Mut, regionaler, spitzer und so zielgruppenspezifischer zu denken? Oder geht das aus wirtschaftlichen bzw. anderen Gründen aus deiner Sicht nicht?

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thomas

Thomas Ottersbach ist geschäftsführender Gesellschafter der PageRangers GmbH. Seit über über 20 Jahren ist er im Online-Business aktiv und hat verschiedene Unternehmen erfolgreich aufgebaut und veräußert. Thomas hat zudem eine kleine Beratungsboutique, mit der er ausgewählte klein- und mittelständische Unternehmen im Bereich der Digitalisierung und Sichtbarkeitsentwicklung berät. Er ist zudem Herausgeber/Produzent des beliebten SEO Podcasts (www.seosenf.de).

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