Digitale Geschäftsmodelle - das sollte man wissen!

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Digitale Geschäftsmodelle – das sollte man wissen! #178

Digitale Geschäftsmodelle – das sollte man wissen! #178
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Die Digitalisierung oder vielmehr der digitale Wandel ist längst im vollen Gange. Dennoch fällt es vielen mittelständischen Unternehmen schwer, sich mit dieser Tatsache zu arrangieren, sich dem Wandel anzunehmen und das eigene Unternehmen entsprechend weiter zu entwickeln.

In dem heutigen Podcast möchte ich das Thema Digitale Geschäftsmodelle ausführlich besprechen und die wichtigsten digitalen Geschäftsmodelle vorstellen inklusive Beispiele.

Das Geschäftsmodell entscheidet über die Entwicklung eines Unternehmens

Von der Definition bestimmt ein Geschäftsmodell nicht nur die Funktionsweise eines Unternehmens, sondern auf Basis es eingesetzten Geschäftsmodell erwirtschaftet ein Unternehmen Gewinne. Dabei ist es zunächst ein mal völlig sekundär, ob es sich um ein klassisches Geschäftsmodell oder ein digitales Geschäftsmodell handelt.

Wie letztlich ein Unternehmen sein Geschäftsmodell definiert, mit welcher Wertschöpfungskette und -tiefe agiert wird, ist ebenfalls individuell.

Fakt ist jedenfalls, seitdem es digitale Geschäftsmodelle gibt, hat sich das Spektrum erweitert und sogar völlig neue Geschäftsmodelle hervorgebracht, die sich nicht selten auch kombinieren lassen. Wer meint, dass ein digitales Business nur dann vorliegt, wenn man einen Online-Shop betreibt, der irrt.

Digitale Geschäftsmodelle erkennen und prüfen

Grundsätzlich ist es so, dass digitale Geschäftsmodell immer ein Bedürfnis für Zielgruppen erfüllen muss. Insbesondere in der heutigen Zeit, wo es sehr viele Ausprägungen und disruptive Konzepte gibt. Die Geschwindigkeit hat sich verändert und digitale Geschäftsmodell sollten ständig überprüft und den Gegebenheiten angepasst werden. Daher gehört das regelmäßige hinterfragen eines Geschäftsmodells zum Unternehmertum, wie auch Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Mut.

Disruption bringt Verlierer und Gewinner hervor

Wer hätte vor 15 Jahren gedacht, dass sich Schuhe auch über das Internet verkaufen lassen. Niemand. “Schuhe muss man ausprobieren, die Haptik spielt eine wichtige Rolle”. Solche und ähnliche Aussagen bekam man seinerzeit zu hören. Weitere Beispiele gibt es massenhaft, ob Brillen, Möbel, Lebensmittel oder auch das mobile Telefon/Smartphone.

Getreu nach dem Lebensmotto:

Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht.

Der digitale Wandel erfordert Mut, eine Vision und auch den eigenen Mitarbeitern gegenüber einen Paradigmenwechsel.

Digitale Geschäftsmodelle im Überblick

Schauen wir uns also die verschiedenen Geschäftsmodelle ausführlich an. Sehr häufig werden digitale Geschäftsmodelle auch kombiniert oder modifiziert. Daher möchte ich euch die wichtigsten heute vorstellen. Dies ist wichtig, um sich überhaupt auf Basis des eigenen Unternehmens Gedanken zu machen, wie man sich verändern kann und dem digitalen Wandel angemessen begegnen kann.

Digitale Geschäftsmodelle

Digitales Geschäftsmodell – Ecommerce

Der Klassiker und praktisch die Analogie zum Offline-Handel, also dem stationären Handel. Der Handel von materiellen Gütern über das Medium Internet. Ebay, Amazon, Google, Apple, Zalando, Otto und viele andere Online-Shops setzen auf den elektronischen Handel mit materiellen Gütern auf Basis des Geschäftsmodells “Ecommerce”. Aber nicht nur Pure Player setzen auf ein solches Geschäftsmodell. Immer mehr auch stationäre Händler haben es verstanden, sich diesem Geschäftsmodell anzunehmen und mal mehr und mal weniger konsequent in dieses zu investieren und es zu betreiben. In Zukunft werden wir das Geschäftsmodell Ecommerce sicherlich in immer mehr veränderter Form und Kombination mit anderen digitalen Geschäftsmodellen sehen. Differenzierung ist hier das Stichwort, da viele Waren substituierbar sind und Differenzierung rein über den Preis längst nicht mehr ausreichend ist.

Digitales Geschäftsmodell – Plattformen

Plattformen sind praktisch eine Art Evolutionsstufe des Ecommerce. Ganz simpel formuliert ist eine Plattform nichts anderes als die technische Verknüpfung von mehreren Marktakteuren. Immer mehr Unternehmen sehen, wie lukrativ das Plattformgeschäft funktioniert. Eines der bekanntesten Beispiele ist sicherlich Amazon, was rund 50 Prozent des Umsatzes mit dem Betreiben eines Marktplatzes/Plattform geschieht. Simpel formuliert, bietet Amazon die Plattform, Technik und unterstützt Händler auf verschiedenster Art und Weise. Reine Plattform-Unternehmen haben meist keine eigene Produktion, sondern sind eher technologie-getrieben als Händler oder Hersteller. Ihr größtes Asset ist die Reichweite, die Technik und nicht zuletzt mittlerweile auch die Datenhoheit. Weitere Beispiele aus anderen Bereichen sind Expedia im Reisesegment oder mobile.de im Autosegment. Plattformen bieten Herstellern und Händlern eine tolle Möglichkeit, einen alternativen Vertriebskanal zu nutzen und so das eigene Unternehmen weiter zu entwickeln. Insbesondere für mittelständische Unternehmen, die nicht direkt in einen eigenen Online-Shop investieren wollen, bieten sich Plattformen an, um erste wichtige Erfahrungen im digitalen Business zu machen.

Eigene Plattform als Weiterentwicklung des Unternehmens

Auch immer mehr Unternehmen sehen, wie gut Plattformen aktuell funktionieren und bauen, neben dem klassischen und herkömmlichen Geschäft, eine eigene Plattform. So beispielsweise auch unser jüngster Podcast-Gast, der mit schuhe24.de eine Online-Plattform aus dem Offline-Handel heraus gegründet hat. Dominik Benner erzählt in dem Podcast, welche Herausforderungen es für ihn und sein Unternehmen zu meistern galt. Hört euch den Podcast (hier klicken) gerne an.

Plattformen sind ein tolle Möglichkeit, um die eigene Branche zu disruptieren. Denn eines ist sicher – es gibt nicht nur Amazon oder Apple. Insbesondere in der Nische können Plattformen auch neben Amazon & Co. erfolgreich sein.

Digitales Geschäftsmodell – Freemium

Ein weiteres sehr verbreitetes Geschäftsmodell ist das Fremium-Geschäftsmodell. Der Basis-Service ist zunächst kostenlos. Über einen Aufpreis erhält der Nutzer weitere Leistungen und Services. Über das kostenlose Basispaket werden große Massen an Nutzern generiert. Bekannte Beispiele für solch ein Fremium-Modell sind Spotify, Dropbox, iCloud oder aber auch gängige Business-Plattformen wie XING und LinkedIn.

Die Gaming-Industrie stand vor einigen Jahren mit dem Rücken zur Wand und hat ebenfalls das Fremium-Modell für sich gefunden. Viele Spiele sind von der Basis her kostenfrei, sammeln eine breite Scharr an Nutzern und auf geschickte Art und Weise werden dann innerhalb der Spiele weitere Zusatzleistungen und -services verkauft.

Digitales Geschäftsmodell – Subscription

Eine Abwandlung des Fremium-Modell ist dann das Subscription Geschäftsmodell. Hier muss ein Nutzer bei den Anbietern einen monatlichen Beitrag direkt bezahlen. Sehr gute Beispiele sind hier Netflix oder aber auch Singlebörsen wie Parship, eDarling und Co. Also eigentlich handelt es sich um ein klassisches Mitglieder- und Abo-Prinzip, was auf digitaler Ebene noch mal völlig neue Dimensionen mitbrachte. Früher waren es Handyverträge oder der Beitrag für’s Fitness Studio. Heute werden Subscription Modelle sehr häufig in der Musikbranche, bei SaaS-Lösungen oder beispielsweise bei waipu.tv, also im Streaming-Bereich, angewandt.

Der große Vorteil gegenüber dem Fremium-Modell ist, dass die Erlösströme direkt von Anfang an konstant fließen und meist nicht mit einem hohen initialen Marketingaufwand versehen sind. Zumindest nicht vergleichbar in der Höhe.

Digitales Geschäftsmodell – Pay per Use

Auch das folgende Geschäftsmodell ist nicht neu. PrePaid-Karten gab es auch schon recht früh. Bei diesem Geschäftsmodell bezahlt man nur für die Nutzung. hier gibt es sicherlich viele Beispiele. Um zu zeigen, wie breit von der Branche ein solches Modell anklang finden könnte, ein Beispiel aus dem Industriesektor.

Für eine Anlageninfrastruktur bekommt ein Hersteller von Möbeln eine Maschine geliefert. Diese wird nicht gekauft oder von ihm geleast, sondern abgerechnet wird nach dem tatsächlichen Verbrauch. Entweder nach Produktionsmenge oder Betriebsstunden beispielsweise.

Digitales Geschäftsmodell – Daten

Das Geschäftsmodell hört sich auf den ersten Blick doch recht merkwürdig an. Daten sind das neue Gold sagt man in der Digitalbranche auch gerne. Wer die Datenhoheit hat, hat Vorteile. Er kennt Kunden, seine Geflogenheiten, kann vorausahnen, welches Produkt oder Dienstleistung als nächstes gefragt ist.

Daten werden in nahezu allen Unternehmensbereichen heute benötigt. Amazon ist zwar der weltweit größte Online-Händler. In erster Linie ist Amazon aber Tech-Company, die massenhaft Daten sammelt und diese auf geschickte Art und Weise dafür verwendet, um sein Geschäft weiterzuentwickeln. Dies ist ein Beispiel, es gibt auch hier unzählig weitere Beispiele – ob Google, Apple, Facebook und viele, viele mehr.

Warum ein Unternehmen ein Geschäftsmodell 4.0 haben muss!

Der Einfluss und die Anforderungen, die Kunden mittlerweile haben, hat sich enorm gewandelt. Der Kunde von morgen ist mündiger geworden, er ist besser informiert, er kann besser vergleichen, sich austauschen und somit aber beeinflussen lassen. Letztlich handelt es sich um einen Paradigmenwechsel, denn stärker denn je, werden die Märkte durch die Nachfrage der Kunden geprägt. Ein Ende ist dabei längst nicht absehbar.

Der digitale Wandel stellt uns dabei vor immer neue Herausforderungen. Ist der eine Berg erklommen, zeigt sich ein anderer in einer völlig anderen Ausprägung und Höhe. So wie beispielsweise die Tatsache, dass die mobile Nutzung des Internets völlig neue Möglichkeiten und Herausforderung mitbringt. Wer Informationen heute benötige oder gar shoppen möchte, kann dies mittlerweile auch problemlos via Smartphone oder Tablet. Lange Wartezeiten von Tagen oder Wochen sind längst nicht mehr üblich und der Kunde erwartet eine zeitnahe Lieferung – je nach Produkt sogar am anderen Tag. Kunden erwarten aber auch bessere Qualität, mehr Flexibilität und auch Kulanz. Zalando hat beispielsweise eine Retourenquote von rund 50%. Der Kunde zahlt für die Retouren keinen Cent.

Wenn wir es mal auf den Punkt bringen, dann verleiht das digitale Zeitalter dem „König Kunde“ mehr Macht als je zuvor und verlangt von den Unternehmen wesentlich mehr Aufmerksamkeit.

Habt ihr weitere Fragen?

Ihr habt Fragen zum Thema? Dann stellt mir diese gerne per Email an podcast (ät) digitales-unternehmertum.de oder unserem Hörerservice. Dann werde ich in Kürze einen Podcast und/oder ein Videobeitrag diesbzgl. umsetzen.

Podcast anhören

Unser Podcast kann direkt hier im Artikel angehört werden. Zudem sind wir bei iTunes für alle iOS und Apple-Devices kostenlos verfügbar. Android-Nutzer finden uns bei stitcher.com (Stitcher App downloaden). Auch könnt ihr unseren Podcast bei YouTube oder bei Spotify anhören.

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