26. Februar 2024

Wie viel Digitalisierung verträgt der Mensch? #432

Wie viel Digitalisierung verträgt ein Mensch?

Digitalisierung hat in den letzten Jahren einen rasanten Aufschwung erfahren und betrifft inzwischen fast alle Bereiche unseres Lebens. Nicht nur im Unternehmen, sondern auch im privaten Umfeld. Die Frage stellt sich, wie viel Digitalisierung ein Mensch eigentlich vertragen kann?

Im Podcast gehe ich mit meinem Gast Pier Paolo Perrone auf das Thema ein. Wir stellen uns die Frage, wie viel Digitalisierung wir überhaupt noch vertragen können. Das Ende ist noch längst nicht erreicht und es gibt einige Bereiche, wo wir noch ganz am Anfang stehen. Zudem wird auch bei der Digitalisierung der Fortschritt weitergehen und sich Digitalthemen weiterentwickeln.

Einerseits bietet die Digitalisierung zahlreiche Vorteile und erleichtert uns den Alltag auf vielfältige Art und Weise. So können wir beispielsweise dank Online-Banking, E-Commerce, SaaS-Lösungen oder Cloud-Systeme bequem von zu Hause aus arbeiten und einkaufen. Auch in der Kommunikation haben digitale Medien die Distanzen zwischen Menschen verkürzt und ermöglichen es uns, in Echtzeit mit Freunden und Kollegen auf der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben.

Kann eine Überdosis an Digitalisierung Stress und Burnout verursachen?

Eine Überdosis an Digitalisierung kann auch negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben. So kann beispielsweise das ständige Vorhandensein von digitalen Geräten und die damit verbundene permanente Erreichbarkeit zu Stress und Burnout führen. Auch kann die digitale Kommunikation dazu beitragen, dass wir uns von der realen Welt und den Menschen um uns herum entfernen.

Letztlich gilt es, eine gesunde Balance zwischen digitalen und analogem Leben zu finden. Eine Möglichkeit hierfür kann beispielsweise sein, dass wir bewusst feste Zeiten für den Umgang mit digitalen Geräten definieren und uns außerhalb dieser Zeiten vollständig von ihnen abwenden. Bewusste Auszeiten nehmen, beispielsweise an Wochenende oder auch in den Abendstunden kann helfen.

Letztendlich hängt die Beantwortung der Frage von individuellen Faktoren wie Persönlichkeit, Lebenssituation und persönlichen Vorlieben bzw. Stress und der eigenen Resilienz ab.

Wie kann eine gesunde Balance zwischen digitalem und analogem Leben überhaupt stattfinden?

Es gibt einige Dinge, die wir bewusst steuern können, um ein ausgewogeneres Verhältnis zu schaffen und vor Burnout, Stress & Co. vorzubeugen.

  1. Prioritäten setzen
    Überprüfen deine To DOs und priorisiere diese sehr genau. Gerade das Thema Selbstmanagement ist ein Thema, mit dem man Stress anders wahrnimmt. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, die Aufgaben nach der GTD Methode zu organisieren. Hier habe ich bereits einiges an eigener Erfahrung zu dem Thema hier auf dem Portal und unserem Youtube Kanal veröffentlicht.
  2. Kurze Detoxing-Phasen
    Es kann hilfreich sein, bewusste Auszeiten zu nehmen – von digitalen Devices, aber auch das Internet als solches. Beispielsweise kann man bewusste Pausen einplanen, wenn man beispielsweise mit Freunden und Familie Zeit verbringen möchte. Auch kann man bewusst einmal in der Woche (z.B. sonntags) einen internet- und handyfreien Tag nehmen.
  3. Natur und Ausflüge
    Eigentlich ein ganz banaler Tipp. Verbringe Zeit in der Natur, mache Ausflüge mit Freuden und Familie. Auch sowas kann helfen, Stress zu reduzieren und immer wieder Energie aufzubauen.
  4. Reduzierung
    Die bewusste Reduzierung von Technologie kann ein weiterer Tipp sein. Überlege dir, welche digitalen Geräte und Anwendungen du wirklich benötigst, und versuche, überflüssige Geräte und Anwendungen zu vermeiden. Verwende Technologie bewusst, indem du zum Beispiel einen Timer einstellst, um dich daran zu erinnern, dich regelmäßig von digitalen Geräten zu entfernen.
  5. Socialising
    Es ist denke ich so wichtig, Zeit mit Freunden und Familie offline zu verbringen, um soziale Beziehungen zu stärken und dich von digitalen Geräten abzuschalten. Im Zeitalter von Home Office, Zoom-Calls und anderen digitalen Events keine so ganz schlechte Idee.

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Arbeitswelt?

Zunächst einmal ist es wichtig zu betonen, dass die Digitalisierung eine Vielzahl von Vorteilen für das Arbeitsleben bietet. Durch den Einsatz von digitalen Tools und Technologien können Arbeitsabläufe automatisiert und beschleunigt werden. Dadurch können Mitarbeiter Zeit und Ressourcen sparen und sich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren. Außerdem kann die Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb eines Unternehmens verbessert werden, was zu einer höheren Effizienz und Produktivität beitragen kann.

Allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Einige Experten argumentieren, dass die Digitalisierung dazu führen kann, dass Mitarbeiter ständig erreichbar sind und eine höhere Arbeitsbelastung haben. Durch die ständige Verfügbarkeit von E-Mails und anderen digitalen Kommunikationskanälen kann es schwieriger werden, eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Dies kann zu Stress und Burnout führen.

Digitalisierung bietet völlig neue Geschäftsmodelle

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren nicht nur die Art und Weise verändert, wie wir arbeiten und kommunizieren, sondern auch zur Schaffung von neuen Geschäftsmodellen und Arbeitsplätzen geführt.

Digitalisierung hat aber nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch bestehende Arbeitsplätze verändert. Viele Aufgaben, die früher manuell durchgeführt wurden, werden heute durch maschinelle Prozesse automatisiert, was zu einer höheren Effizienz führt. Dies eröffnet den Mitarbeitern auch neue Möglichkeiten.

Digitalisierung stellt neue Anforderungen an Mitarbeiter

Mit der zunehmenden Digitalisierung verändern sich auch die Anforderungen an die Mitarbeiter in einem Unternehmen. Mitarbeiter müssen nicht nur über grundlegende Computerkenntnisse verfügen, sondern auch in der Lage sein, neue technologische Tools und Anwendungen schnell zu erlernen und effektiv zu nutzen.

Bei all den Veränderungen ist eine Eigenschaft aus meiner Sicht am wichtigsten. Die Fähigkeit zur kontinuierlichen Lernbereitschaft. Die Technologie entwickelt sich schnell weiter und Mitarbeiter müssen bereit sein, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen regelmäßig zu erweitern, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Wie viel Digitalisierung vertragen Kund:innen eigentlich?

Im Podcast sprechen wir auch gezielt über Kund:innen und wie viel Digitalisierung man diesen eigentlich zumuten kann. Gibt es hier Grenzen, muss man sich individuell auf seine Zielgruppe einstellen und ihnen Digitalisierung diktieren? Oder ist es hilfreich, dass in kleinen Schritten zu machen und sie sanft an das Thema heranzuführen. Gar nicht immer so trivial oder?

Wie viel Digitalisierung vertragen die Mitarbeiter:innen?

Wenn wir über die Kund:innen sprechen, wie viel Digitalisierung sie vertragen, müssen wir den Blick sicherlich auch auf die Mitarbeiterseite projizieren. Gerade in Unternehmen arbeiten häufig viele verschiedene Generationen. Jeder von diesen hat einen anderen Blickwinkel und Verständnis für das Thema. Eine, wie ich finde, sehr spannende Frage, die wir auch im Podcast besprechen.

Fazit

Eine eindeutige Antwort gibt es sicherlich nicht. Es gibt aber unterschiedliche Perspektiven, die man bewerten und sich aus jeder der Perspektiven etwas mitnehmen kann. Einige Menschen können einen hohen Grad an Digitalisierung in ihrem Alltag gut bewältigen, während andere unter den Auswirkungen leiden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Fähigkeit, Grenzen zu setzen und sich auch mal von digitalen Geräten und Netzwerken zu distanzieren. Es ist wichtig, eine ausgewogene Balance zwischen digitalen und analogen Aktivitäten zu finden, um die negativen Auswirkungen von Digitalisierung zu minimieren. Im Podcast gibt es weitere Blickwinkel und Inspiration.

Fragen / Themen aus dem Podcast

  • Was denkst du, was nehmen wir überhaupt noch bewusst wahr, was mit uns im digitalen Zeitalter passiert?
  • Eine spannende Frage finde ich ist, wie weit darf Digitalisierung mit den eigenen Kunden überhaupt umgesetzt werden? Gibt es Grenzen?
  • Kommt das Thema Menschlichkeit bei den ganzen Fragestellungen rund um die Digitalisierung zu kurz?
  • Eine These ist häufig: Digitalisierung hat die Arbeitslast verändert und teilweise die Last noch mal verändert dargestellt. Gerade mit Remote Work hat sich das private und berufliche Leben häufig verschmolzen. Wie ist hier dein Blickwinkel?
  • Wie viel Digitalisierung kann der Mitarbeiter vertragen und gibt es hier Grenzen bzw. was sollte man aus deiner Sicht beachten?
  • Wie liegen die besonderen Herausforderungen bei der Digitalisierung, wenn wir uns die unterschiedlichen Generationen anschauen?
  • Digitalisierung darf nicht zur Belastung werden, was manchmal gar nicht so einfach scheint. Worauf gilt es zu achten und wo gibt es bei der Digitalisierung Grenzen?
  • Der Spagat zwischen Online- und Offlinewelt. Viele Unternehmen haben sehr unterschiedliche Perspektiven und setzen sehr unterschiedlich auf Digitalisierungsthemen inkl. Arbeitsbedingungen. Wie blickst du auf das Thema?
  • Wie hat sich Kommunikation insgesamt verändert und für wie wichtig ist für dich Kommunikation gegenüber Kund;innen, aber auch Mitarbeiter:innen
  • Wie wichtig sind Tools aus deiner Sicht?
  • Wie viel Digitalisierung verträgt der Mensch denn nun?
  • Wie blickst du auf das Thema künstliche Intelligenz? Glaubst du, dass KI das Leben von Menschen vereinfachen wird?

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Thomas Ottersbach

Thomas Ottersbach ist geschäftsführender Gesellschafter der PageRangers GmbH. Seit über 20 Jahren ist er im Online-Business aktiv und hat verschiedene Unternehmen erfolgreich aufgebaut und veräußert. Er ist zudem Herausgeber/Produzent des beliebten SEO Podcasts (www.seosenf.de). Mit dem Podcast "Digitales Unternehmertum" gibt er nicht nur seine eigenen Erfahrungen als Unternehmer weiter, sondern durch die vielen Interview-Gäste gibt es für die Zuhörer:innen maximale Inspiration und Wissenstransfer rund um die digitale Welt. Seit einiger Zeit dreht sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) das digitale Businessrad weiter. Auch hier ist Thomas Experte und hat ein eigenes Unternehmen (contentpipe.io) in diesem Bereich.

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