22. Februar 2024

New Work – neu ist nicht immer gleich richtig – im Gespräch mit Jule Jankowski #461

Podcast mit Jule Jankowsi zum Thema New Work

Nicht zuletzt durch Corona beschleunigt, verändert sich die Arbeitswelt aktuell sehr. Vor allem der Begriff „New Work“ ist dabei immer präsenter und beschreibt den strukturellen Wandel, der in unserer Arbeitswelt durch die Digitalisierung und die veränderten Anforderungen der neuen Generationen auf dem Arbeitsmarkt stattfindet. Zu Anfang der Corona-Pandemie haben wir viele neue Ideen, viel Inspiration erhalten. Unternehmen mussten gezwungenermaßen während des Lockdown die Mitarbeitenden ins Home Office schicken. Zu Anfang entstand viel Reibung, es wurden Fehler gemacht und sich mit der Zeit auf die Veränderungen eingestellt.

Drei Jahre nach der Pandemie sieht es teilweise wieder etwas anders aus. Immer mehr größere Unternehmen holen ihre Mitarbeiter:innen schrittweise ins Office zurück.

Podcast mit Jule Jankowski zum Thema New Work

Im Podcast (siehe unten) spreche ich mit Jule Jankowski über ihre Sichtweise auf das Thema New Work. Jule ist nicht nur Podcast-Host des Podcasts „Goodwork“, sie steckt auch sonst sehr tief im Thema drin und berät mit HumiQ verschiedenste Unternehmen. Gerade in der zurückliegenden Pandemie hat Jule die unterschiedlichsten Learnings und Blickwinkel kennenlernen können. Im Podcast sprechen wir u.a. darüber.

Was ist New Work eigentlich genau?

New Work setzt auf eine flexible Arbeitsgestaltung, Potenzialentfaltung der Mitarbeiter:innen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit (Work-Life-Blending) und die Einbeziehung der Mitarbeiter:innen in Entscheidungsprozesse. Für Unternehmen bedeutet das, ein völlig neues Mindset zu kreieren, was Unternehmen wiederum fordert, ihre Kulturen anpassungsfähiger und agiler zu gestalten. Für viele Unternehmen ist das eine Herausforderung, denn es erfordert eine grundsätzliche Veränderung der bisherigen Arbeitsstrukturen und -prozesse und damit einhergehend auch der Unternehmenskultur.

Mitarbeiterführung verändert sich

New Work verändert also nicht nur die Art und Weise, wie gearbeitet wird, sondern stellt auch neue Anforderungen an Führungskräfte. Führungskräfte müssen lernen, ihre Mitarbeiter:innen trotz räumlicher Distanz zu führen, zu motivieren und in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Sie müssen Vertrauen in ihre Mitarbeiter:innen haben und ihnen die nötige Flexibilität und Freiheit geben, um ihre Potenziale voll entfalten zu können. Gleichzeitig müssen sie dafür sorgen, dass die soziale Komponente im Team nicht zu kurz kommt und ein gutes Arbeitsklima auch im Home Office erhalten bleibt.

Wie muss sich das Mindset im Unternehmen verändern?

Das Konzept von New Work geht auf den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann zurück und ist tief in einer humanistischen Weltanschauung verankert. Es geht nicht nur darum, wie wir arbeiten, sondern warum und für wen. Ein erfolgreiches New Work-Konzept fordert eine Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen der Unternehmensphilosophie und -kultur. In der New Work-Kultur wird die „Kontrollkultur“ durch ein Mindset des Vertrauens abgelöst. Dabei ist es wichtig, den Mitarbeiter:innen voll zu vertrauen und nicht jeden Schritt der Mitarbeiter:innen zu kontrollieren. Freiheit, eigene Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Der Change ist hierbei gar nicht so leicht, da verkrustete Strukturen und Denkmodelle aufgebrochen werden müssen.

Bevor flexible Arbeitsmodelle, digitale Tools oder flache Hierarchien eingeführt werden, solltest sichergestellt sein, dass das Mindset des Unternehmens bereit für diese Veränderungen ist. Nur so kann New Work oder auch Good Work seine volle Wirkung entfalten und zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten werden.

Unterschied zwischen New Work und Good Work?

New Work ist ein Begriff, der vor etwa 30 Jahren erstmals aufkam und in den letzten Jahren inflationär verwendet wurde. Es geht dabei um neue Arbeitsmodelle und -methoden, die sich von traditionellen Strukturen abheben. Einige sehen in New Work den Schlüssel zu mehr Flexibilität, Kreativität und Selbstbestimmung am Arbeitsplatz. Allerdings wird oft kritisiert, dass New Work sich zu sehr auf die sichtbaren Veränderungen konzentriert, wie zum Beispiel moderne Bürogestaltung oder flexible Arbeitszeiten, und dabei die Art der Zusammenarbeit und die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen vernachlässigt.

Good Work hingegen steht für eine sinnvolle und ausgeglichene Arbeit. Es geht darum, was wir bewahren und was wir ändern wollen, um eine gute Arbeitskultur zu schaffen. Good Work betrachtet nicht nur das Neue und Innovative, sondern auch das Bewährte und Traditionelle. Es geht weniger um radikale Veränderungen, sondern um kleine Optimierungen und Anpassungen, die zu einer besseren Arbeitsatmosphäre führen.

Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Konzepten liegt also in der Herangehensweise und dem Fokus. Während New Work oft eine komplette Umwälzung der Arbeitsweisen anstrebt und dabei das Individuum in den Mittelpunkt stellt, konzentriert sich Good Work auf eine ausgewogene Balance zwischen Neuem und Bewährtem, zwischen Individualität und Gemeinschaft.

Wie müssen sich Unternehmen verändern?

Im Podcast habe ich Jule die Frage gestellt, wie müssen sich Unternehmen verändern, was müssen sie machen, um konsequent Change im Unternehmen betreiben zu können. Jule gibt uns eine ausführliche Antwort und verweist gleichzeitig auf das Video von Prof. Dr. Peter Kruse, der vor vielen Jahren, 8 Regeln aufzeigte, wie garantiert Stillstand im Unternehmen stattfinden wird. Schaut euch das kurze Video unbedingt an. Empfehlenswert!

Wie müssen sich Rollen in einem Unternehmen verändern?

Die Veränderung der Arbeitswelt sorgt auch dafür, dass sich Rollen in einem Unternehmen entsprechend anpassen müssen. Ganz früher waren Rollen klar definiert: Der Chef gibt Anweisungen, die Mitarbeiter folgen. Teams waren häufig nach dem Silo-Prinzip organisiert. Heutzutage sind Führungskräfte eher Coaches, sie begleiten die Entwicklung eines Teams, versuchen individuell zu fördern, sodass jeder Einzelne sein volles Potenzial enthalten kann.

Mitarbeiter:innen wird heutzutage mehr Entscheidungsfreiheit geboten. Denn sie sind Expert:in auf ihrem Gebiet und somit wird häufig die Entscheidungskompetenz dorthin verlagert, wo das Fachwissen ist. Als Führungskraft und Unternehmer fiel mir das Abgeben früher recht schwer. Mitarbeiter:innen und Teams so weit wie möglich autonom agieren zu lassen, spart nicht nur Zeit, sondern fördert auch die Mitarbeiterzufriedenheit.

Diese Veränderungen erfordern selbstverständlich auch ein neues Rollenverständnis. Das Führen von Mitarbeitern muss dezentral funktionieren. Ein neues Mind- und Skillset ist gefragt. Tools sind ein Katalysator für effizientes Arbeiten. Rollen verändern sich und der Weg, weg von starren Strukturen, hin zu mehr Flexibilität und Eigenverantwortung gilt mehr denn je heutzutage.

Sind Tools Fluch oder Segen für die moderne Arbeitswelt?

Tools nehmen einen immer größeren Anteil im Unternehmertum ein. Es lässt sich nicht leugnen, dass digitale Tools die Effizienz in vielen Bereichen gesteigert haben. Mithilfe von spezialisierten Softwarelösungen können wir Prozesse automatisieren, Aufgaben schneller erledigen und unsere Ressourcen optimal nutzen. Auch das gehört zur neuen Arbeitswelt. Tools wie Slack, Zoom oder Microsoft Teams ermöglichen es uns, unabhängig vom Standort zu arbeiten. Wichtig ist ein kultureller Wandel, der die Implementierung dieser Tools begleitet. Nur wenn die Unternehmenskultur und die digitalen Tools Hand in Hand gehen, kann das volle Potenzial ausgeschöpft werden.

Nicht zuletzt wird das Thema Künstliche Intelligenz die Toollandschaft in den kommenden Jahren weiter sehr verändern. Wir werden dank dieser Tools noch produktiver, können uns auf wesentliche Dinge fokussieren und noch transparenter kommunizieren und agieren können.

New Work ist kein rein technologischer oder organisatorischer Wandel, sondern ein kultureller. Er erfordert ein neues Mindset, das auf Vertrauen, Zusammenarbeit und Flexibilität basiert. Als Unternehmer oder Führungskraft muss dieser Wandel aktiv mitgestalten und vorgelebt werden.

Jule gibt uns auch ihren ganz persönlichen Einblick in ihre Toolwelt. Sie spricht u.a. „Teamisch“, „Zoomisch“ und einiges mehr.

Fragen aus dem Podcast an Jule Jankowski

  • Was ist New Work und wie unterscheidet es sich für dich zum Thema Goodwork?
  • Ist es aus deiner Sicht realistisch, dass man wirklich nur das macht, was man wirklich will?
  • Wie reagiert eine Jule Jankowski auf Veränderungen?
  • Wie blickst du rückwirkend auf die letzten drei Jahre zurück? Was hat es mit den Unternehmen gemacht, welche Erfahrungen hast du gemacht?
  • Würdest du sagen, dass die Entwicklung für Unternehmen positiv ist oder sind die Herausforderungen größer geworden?
  • Wie blickst du auf die Herangehensweise vieler größerer Unternehmen, die mittlerweile eher einen Rückschritt machen und ihre Mitarbeiter:innen schrittweise ins Büro zurückholen?
  • Wie müssen sich Rollen im Unternehmen verändern und nachhaltig anpassen?
  • Wie wichtig ist es, die Mitarbeitenden beim Thema New Work in einem Unternehmen eng zu begleiten?
  • Müssen sich Unternehmen neu erfinden und werden andere Anforderungen beim Recruiting in den Vordergrund rücken?
  • Wie müssen sich Strukturen im Unternehmen denn verändern?
  • Viele Unternehmen kennen die Notwendigkeit, Veränderungen umzusetzen, scheitern aber an der konsequenten Umsetzung. Was sind die größten Fehler, die Unternehmen in diesem Zusammenhang machen?
  • Wie wichtig ist Technologie und Tools?
  • Welche Tools sind denn im daily Business bei einer Jule Jankowski im Einsatz?
  • Wie wichtig ist das Thema Automation geworden und wie hat es sich verändert?
  • Gab es bei dir auch eine Art „Rolle rückwärts“? Was hat sich vielleicht wieder verändert?
  • Was waren deine wichtigsten Learnings aus den letzten 2-3 Jahren, die ich nachhaltig geprägt haben?
  • Wie sieht die Arbeitswelt in 2-3 Jahren aus deiner Sicht aus?
  • Wo stehen wir denn in Sachen Home Office in 2-3 Jahren?

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Thomas Ottersbach

Thomas Ottersbach ist geschäftsführender Gesellschafter der PageRangers GmbH. Seit über 20 Jahren ist er im Online-Business aktiv und hat verschiedene Unternehmen erfolgreich aufgebaut und veräußert. Er ist zudem Herausgeber/Produzent des beliebten SEO Podcasts (www.seosenf.de). Mit dem Podcast "Digitales Unternehmertum" gibt er nicht nur seine eigenen Erfahrungen als Unternehmer weiter, sondern durch die vielen Interview-Gäste gibt es für die Zuhörer:innen maximale Inspiration und Wissenstransfer rund um die digitale Welt. Seit einiger Zeit dreht sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) das digitale Businessrad weiter. Auch hier ist Thomas Experte und hat ein eigenes Unternehmen (contentpipe.io) in diesem Bereich.

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