Unterliegen Datenlogger der Datenschutzgrundverordnung? - Digitales Unternehmertum

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Unterliegen Datenlogger der Datenschutzgrundverordnung?

Unterliegen Datenlogger der Datenschutzgrundverordnung?
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Es gibt in erfolgsorientiert arbeitenden Unternehmen eine Menge Daten, für die keinerlei personenbezogene Angaben eruiert werden müssen. Mit einem kompakten Datenlogger lassen sich allerlei Daten aus der Umgebung sammeln, zu den typischen Einsatzgebieten zählen Messungen zur:

  • Luftfeuchtigkeit und -temperatur
  • Stromstärke und -spannungsmessungen
  • Beleuchtungsintensität
  • Wasserstand und -temperatur, sowie auch der Sauerstoffgehalt im Wasser
  • Windstärke
  • Niederschlagsmengen

Dabei werden Datenlogger eingesetzt, um die Umgebungsparameter zu messen, diese zu speichern, auszuwerten und miteinander zu vergleichen. Vor allem in der Forschung kommen Datenlogger zum Einsatz, aber auch immer mehr Firmeninhaber benötigen weiterführende Daten aus der Umwelt, damit sie ihre Angebote noch besser personalisieren können. Stellen Sie sich einmal vor, es fängt an zu regnen, und die Leuchtreklame an der U-Bahn schaltet automatisch um auf eine Regenschirmwerbung!

Mit welchen Sensoren arbeiten moderne Datenlogger?

Das Einsatzspektrum von Datenloggern ist sehr breit gefächert, bei RS Components beispielsweise gibt es eine Vielzahl an ultrakompakten Datetenprotokolliersystemen zu kaufen, die unter anderem mit folgenden Sensoren ausgestattet sein können:

  • Wärme
  • Licht
  • Feuchtigkeit
  • Säure
  • Schall
  • Druck

Die physischen Signale werden über spezielle Schnittstellen von den Datenloggern für die digitale Weiterverarbeitung vorbereitet, über den integrierten Prozessor gelingt diese Abfolge in nur wenigen Augenblicken. Die gesammelten Daten können also annähernd in Echtzeit eingesehen und sofort gespeichert und weiterverarbeitet werden.

Daten? Ja! Aber wie?

Jeder kennt sie, jeder will sie. Manche kaufen oder verkaufen sie. Man will sie beschützen und wer sie verliert, ist arm dran. Sie sind der Star der Digitalisierung: Daten! Daten sind der Mittelpunkt unserer digitalen Welt, denn sie sind sprichwörtlich der Anfang und das Ende fast jedes Geschäftsprozesses. Bei der Auftraggebung füttern wir den jeweiligen Empfänger mit Daten. Dieser erstellt die gewünschte Leistung bzw. das Produkt, wobei Daten über Datenlogger gesammelt werden. Diese Daten werden Grundlage für die Optimierung.

Nur, wenn auch Daten zu den entsprechenden Mitarbeitern gespeichert werden, muss vorher eine schriftliche Einverständnis eingeholt werden. Alle übrigen Daten, also diejenigen Umgebungsparameter, welche keine personenbezogenen Angaben enthalten, dürfen natürlich jederzeit ohne vorher nötige Erlaubnis gesammelt, gespeichert, verarbeitet und selbstverständlich an interessierte Abnehmer weiterverkauft werden. Datenlogger sammeln dabei für viele Branchen relevante Werte, die sich insbesondere auch dafür eignen, Statistiken zu erstellen.

Für wen gilt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)?

Für alle Unternehmen, egal welcher Größe, ist die Datenschutzgrundverordnung europaweit bindend. Gibt es in der Firma mehr als 11 Mitarbeiter, welche regelmäßig aus sensible, personenbezogene Daten zugreifen können, wird außerdem ein externer Datenschutzbeauftragter nötig. Diese Funktion kann jedoch auch ein Angestellter übernehmen, in jedem Fall haftet diese Person dann vollumfänglich für alle eventuellen Verstöße und steht dem Betrieb beratend zur Seite.

Aber nicht nur für Unternehmen gilt die DSGVO. Auch Behörden, Institutionen, Verbände und Vereine müssen sich an die europaweiten Richtlinien zum Datenschutz halten. Auf Verlangen müssen also auch Schulen, Ämter und ähnliche Institutionen die eruierten Daten herausgeben. Erfolgt die Anfrage in digitaler Form, soll die Datenübergabe ebenfalls in dieser Form erfolgen. Es kann jedoch auch ein postalischer Versand beantragt werden.

Sind die gespeicherten Daten nicht richtig, müssen Sie bei Bedarf korrigiert werden. Betroffene haben außerdem das Recht, ihre personenbezogenen Daten löschen zu lassen. Dies kann jedoch im Konflikt mit dem Gesetz stehen, da es für bestimmte Daten gesetzlich vorgeschriebene Fristen zur Aufbewahrung gibt. Diese bleiben von der DSGVO unberührt.

Welche Datenschutzgesetze gelten in Deutschland sonst noch?

In Deutschland gilt nicht nur die DSGVO, sondern zusätzlich auch noch das Bundesdatenschutzgesetz. Vorbereitend auf die Einführung der Grundsätze der Datenschutzgrundverordnung im Jahr 2018 wurde das BDSG bereits im Vorfeld reformiert, sodass es in Deutschland zu möglichst wenig Konflikten zwischen diesen beiden, gültigen Regelungen gibt. Nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes ist quasi jedes Sammeln von personenbezogenen Daten in Deutschland illegal. Die Ausnahme ist nur dann gegeben, wenn andere gültige Gesetze eine Datensammlung explizit erlauben, oder die betroffene Person ihr Einverständnis dazu gibt.

Vor Inkrafttreten der europaweiten Richtlinie DSGVO hat sich in Deutschland aber kaum jemand an diese Grundlagen gehalten. Personenbezogene Daten wurden nicht nur in großem Umfang gesammelt, sondern auch gegen hohe Gebühren weiterverkauft. Dies ist heute aber immer noch möglich, solange die betreffenden Personen im Vorfeld ihr Einverständnis zu einer Datenweitergabe erteilt haben. Das gilt übrigens auch, wenn von Unternehmen wie Google oder anderen Datentrackern Cookies gesetzt werden sollen. Daher ist es sinnvoll gegen Abmahnungen, auf alle Drittunternehmen in der eigenen Datenschutzerklärung hinzuweisen.

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